Becheln


Gesunde, ruhige Taunus-Höhenlage mit noch vorhandener landwirtschaftlicher Struktur.

Sehenswertes:

Evang. Kirche, errichtet 13. bis 18. Jahrhundert. Turm romanisch, im Innern barocke Fresken, Wandmalereien und Stukkaturen aus dem 15./18. Jahrhundert.
 
Ausflugsziele:

Durch einen Rundweg (Limespfad) erschlossenes Teilstück des Limes (Wallgraben) (siehe Rubrik "Geschichte von Becheln")

Sport und Spiel:

Dorfgemeinschaftshaus mit Kegelbahn.


ca. 40 km gekennzeichneter Wanderwege mit guter Fernsicht auf Hunsrück und Eifel. Ortsrundwanderweg ca. 2,5 km

Die Gemarkung von Becheln ist eine Exklave der Verbandsgemeinde Bad Ems. Das Dorf ist zum größten Teil umgeben von der Gemarkung der Stadt Lahnstein, stößt auch an Braubach und Dachsenhausen, hat aber keine gemeinsame Grenze mit einer anderen Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Bad Ems.

Eher unbemerkt hat sich in Becheln in den letzten 30 Jahren ein tiefgreifender Wandel vollzogen, die Entwicklung vom Bauerndorf zu einer Wohngemeinde mit einigen Gewerbebetrieben kam zum Abschluss. 1970 waren noch über 50 Prozent der im Dorf Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig, Ende 1994 gab der letzte Vollerwerbslandwirt seinen Betrieb auf.

Trotzdem hat Becheln seinen dörflichen Charakter bewahrt. Die Gemeinde bemüht sich gezielt um die Erhaltung typischer Merkmale des Dorfbildes und hat vor allem in den letzten Jahren im Rahmen des Umlegungsverfahrens und des Dorferneuerungsprogramms viel getan. Die Flurbereinigung wurde 1984 bis 1991 als vereinfachte Zusammenlegung durchgeführt. Hatte es vorher 634 Eigentümer mit 2329 Grundstücken gegeben, so waren es nach Abschluss des Verfahrens noch 405 Eigentümer mit 990 Grundstücken.

Bei der Flurbereinigung ging es nicht nur darum, Grundstücke zusammenzulegen und Kleinstparzellen aufzulösen, sondern ganz entscheidend auch um die Landschaftspflege. So wurde darauf geachtet, Hecken und Sträucher zu erhalten, der Tierwelt damit Lebensräume zu schaffen und die Bodenerosion zu verringern. Etwa 1000 hochstämmige Obstbäume und 3000 Sträucher einheimischer Arten wurden neu gepflanzt.

Das Dorferneuerungskonzept wurde 1985 mit dem Ziel erstellt, den dörflichen Charakter mit den ortsbildprägenden ehemaligen Anwesen zu bewahren. So wurden die Schulstraße und der Dorfplatz hergerichtet, mit Bäumen, Sträuchern, Sitzgruppen, Teich und Brunnen neu gestaltet. Gesäumt von der alten Kirche und dem Rat- und Backhaus entstand so ein Dorfmittelpunkt, der die gepflegte, moderne Gestaltung unsere Zeit nicht verleugnet und zugleich das dörfliche, traditionelle Ambiente betont. Ebenso wurden alle anderen Ortsstraßen nach dörflichen Gestaltungsprinzipien ausgebaut.

Für das Engagement auf dem Gebiet des Natur- und Umweltschutzes erhielt Becheln 1989 den Umweltpreis des Rhein-Lahn-Kreises. Ein schöner Erfolg war auch der Sieg in der Sonderklasse des Wettbewerbs "Unser Dorf soll schöner werden" 1993.

Becheln ist im Verlauf des letzten Vierteljahrhunderts gewachsen. In den siebziger und frühen achtziger Jahren entstand die Marksburgstraße, auch in anderen Teilen des Dorfes wurden neue Wohnhäuser errichtet, und mit dem Ausbau der Taunusstraße und dem Neubaugebiet in den Gemüsefeldern mit 20 erschlossenen Bauplätzen sind die Weichen für die weitere Entwicklung gestellt.

Einige größere Projekte konnten in den letzten 25 Jahren verwirklicht werden. Noch vor dem Abschluss der Verwaltungsreform entstand 1968 bis 1970 eine neue Wasserversorgungsanlage. Weil damit aber noch immer keine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet war, bauten die Verbandsgemeidnewerke 1993 eine Leitung von Frücht zum Hochbehälter Becheln.

1981 konnte der neue Sportplatz an der Stelle des alten, zu kleinen Platzes eingeweiht werden. Eine große Maßnahme war der Bau des Dorfgemeinschaftshauses. Es wurde 1981 vollendet. Neben dem Engagement der Kommune ist der Einsatz ehrenamtlicher Helfer hervorzuheben. Seit 1999 arbeiten in einer "Seniorencrew" etwa 1 Dutzend älterer Mitbürger ehrenamtlich für die Gemeinde.

Im Dorfgemeinschaftshaus befinden sich neben einer Mehrzweckhalle, einem Dorfgemeinschaftsraum und die so genannte "Römerstuben". Sie werden für Familienfeiern und Vereinsveranstaltungen vermietet. Außerdem gibt es eine Kegelbahn.

Das neue Feuerwehr-Gerätehaus wurde 1985 vollendet. In freiwilligen Arbeitsstunden unterstützten die Bechelner Feuerwehrleute dieses Projekt der Verbandsgemeinde. Die neue Teichkläranlage, eine biologische Anlage, die den neuesten technischen wie auch ökologischen Anforderungen entspricht, wurde am 12. November 1990 in Betrieb genommen.

Die Gemeinde erhielt 1984 ein Wappen. Es ist angelehnt an das Wappen des mittelalterlichen Geschlechts von Becheln mit dem Lilienzepterrad und an das der Herrschaft vom Stein mit der Rose. Von 1978 bis 1991 bestand eine Partnerschaft mit dem Panzerartilleriebattaillon 155 in Lahnstein, an der auch die Bürgerschaft regen Anteil nahm. Zu erwähnen ist auch, dass in Becheln seit 1984 in jedem Frühjahr engagierte Bürger einen Umwelttag durchführen.