Dausenau


Lage:

Dausenau liegt östlich der Kur- und Kreisstadt Bad Ems im Engtal der unteren Lahn.

Dausenau verdankt seine Existenz dem Bach, der in der Nähe des Alten Rathauses in die Lahn mündet. Dieser hat im Laufe der Jahrtausende soviel Schutt angeschwemmt und abgelagert, dass sich auf dem Geröllkegel in Form eines Dreiecks eine Siedlung entwickeln konnte. Auf dem Fürstentag in Passau erwirkten die Grafen von Nassau am 26.07.1348 für ihre Siedlungen Nassau, Dausenau und Scheuern Stadtrechte, die das Recht der Befestigung einschlossen.

Mit Ausnahme einiger Mühlen blieb die Siedlung in historischer Zeit auf den Bereich innerhalb der trapezförmigen Stadtmauer beschränkt. Erst im 20. Jh. hat sich die Besiedlung auf die Hanglagen des Westerwaldes und des Taunus ausgedehnt.

Mit seiner weitgehend erhaltenen Stadtmauer mit ihren Türmen sowie der St. Kastorkirche und der Bebauung bis an das Ufer der Lahn bietet der Ort ein malerisches Bild.





Geschichte:

Die Festlegung des Todesdatums eines Rorich von Dausenau im Totenbuch des Klosters Arnstein spätestens auf das Jahr 1244 wird als die älteste urkundliche Erwähnung Dausenaus angesehen. Der Ort muss jedoch wesentlich älter sein, Holz aus dem romanischen Kirchturm wurde durch Vergleich von Jahresringen auf das Jahr 1179 datiert und bei Grabungen in der Kirche fanden sich Keramikscherben, die dem 9./10. Jh. zugerechnet werden. Spätestens mit der Stadtrechtsverleihung im Jahr 1348 wurde Dausenau jedoch eine gewisse Bedeutung zugemessen, konnte es doch mit seiner Befestigung zum Schutz der Burg Nassau gegen Angriffe aus westlicher Richtung beitragen.

Wirtschaft im Mittelalter bis zur Neuzeit:

Die Stadtrechte beinhalteten jedoch nicht nur das Recht zur Befestigung, sondern auch die Gerichtsbarkeit und Marktrechte.

Letztere wurden freilich nicht umfassend ausgeübt, weil das Hinterland zu klein war. Es gab Zünfte, zu denen sich Handwerker unterschiedlicher Berufe zusammenschlossen. Neben der Landwirtschaft als Ernährungsgrundlage war der Weinbau bedeutend, der bis 1990 ausgeübt wurde. Wichtig war zudem das Mühlengewerbe mit bis zu 10 Mühlen im Verlauf des Unterbaches. Diese dienten nicht nur der Herstellung von Mehl und Öl, sie verarbeiteten Eichenrinde für das Gerberhandwerk und schnitten Holz. Von einer Mühle ist bekannt, dass sie Gips produzierte, eine andere be- und verarbeitete Erze aus dem heimischen Bergbau.

Wichtig für den Broterwerb war die Lahn, sie bot Dausenauer Berufsfischern ihr Auskommen, andere Bürger verdingten sich als Halfterer, sie zogen mit ihren Pferden die Kähne lahnaufwärts.

Für die Hütten im Gefolge des Bergbaus wurde viel Holzkohle benötigt. Diese wurde im Wald erzeugt, was sich mit vielen Meilerplätzen noch heute belegen lässt. Es war einfacher, die Holzkohle aus den Wäldern zu transportieren, diese war auch für die Erzverhüttung besser geeignet als der Rohstoff Holz.

Im 19. und 20. Jahrhundert waren viele Dausenauer bei den Staatsunternehmen Post, Bahn und Wasserbau beschäftigt. Die meisten betrieben daneben noch etwas Landwirtschaft und Obstbau und konnten so ihre Familien ernähren.

 

Sehenswürdigkeiten:

Die kleine Gemeinde Dausenau hat einige Sehenswürdigkeiten von überregionaler Bedeutung zu bieten.

Neben der Stadtbefestigung mit Ihren Türmen, der St. Kastorkirche und dem Alten Rathaus sowie einigen Fachwerkhäusern ist die Alte Eiche als Naturdenkmal von Bedeutung.

Stadtmauer: Die trapezförmige Stadtmauer umschließt den historischen Ortskern. Sie hat eine Länge von 1 km. Zur Stadtbefestigung gehören 7 Türme und 7 Tore, Pforten und Durchlässe. Nur der Torturm am Ortsausgang in Richtung Bad Ems ist mit 18,36 m in voller Höhe erhalten. Bekannter ist der Schiefe Turm mit der Rekordneigung von 5,22 Grad.

Sehenswert ist die Lahnfront, sie zeigt die „Schokoladenseite“ Dausenaus.

Altes Rathaus: Das Alte Rathaus, erbaut um 1434, ist lahnseitig auf die Stadtmauer aufgesetzt. Es ist das zweitälteste spätgotische Fachwerkrathaus Deutschlands.

St. Kastorkirche: Die spätgotische St. Kastorkirche aus dem ersten Viertel des 14. Jh. mit romanischem Turm aus dem Ende des 12. Jh. beherbergt Sehenswürdigkeiten, die in dieser Kombination für eine Dorfkirche einmalig sind. Der Hauptchor der dreischiffigen Staffel-Emporen-Hallenkirche wird geprägt durch Wandmalereien, die u.a. einen Passionsfries mit Apostelfiguren im Wechsel mit Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu zeigen. Die Innenseite der Türe zur Tabernakelnische stellt eine Gregorsmesse dar.

 

Ein Flügelalter mit Figuren der drei Patrone und Tafelbildern aus dem Marienleben zeigt die seltene „Empfängnis durch das Ohr“.

Eine Vitrine zeigt Funde aus den Grabungen anlässlich der letzten Innenrenovierung, u.a. Filigranschmuck aus Grabbeigaben und ein Bruchstück einer Jakobsmuschel.

Alte Eiche: Die Alte Eiche am Lahnufer in der Nähe des Torturms zählt zu den ältesten Bäumen Deutschlands. Sie wird als 1000-jährig bezeichnet, was allerdings von Fachleuten bezweifelt wird.


 

Fachwerkhäuser:

Verstreut im alten Ortskern gibt es mehrere Fachwerkhäuser, zum Teil aus dem 16. Jh. u.a. das historische „Wirtshaus an der Lahn“.