Miellen


Der Name des Dorfes ist von "Mühle" abzuleiten. Am Anfang stand wohl eine Wassermühle am Unterlauf des Bachs im heutigen Schweizertal. 1290 ist das Dorf erstmals erwähnt. Später entstanden insgesamt seches Mühlen im Schweizertal. Miellen gehörte zum Kirchspiel Nievern und wurde erst 1823 eine eigene Gemeinde.1892 entstand in der Gemarkung das Ton- und Dachziegelwerk Edelhoff KG, das jahrzehntelang neben der Nieverner Hütte ein wichtiger Arbeitgeber für die Region war. Überragt wird das Dorf von der 1952 errichteten Gefallenen-Gedächtniskapelle.

Allgemeines:


Direkt an der Lahn gelegen, 4 km von Bad Ems entfernt. Am gesamten Lahnufer finden Sie angelegte Liegewiesen, 2 Kinderspielplätze sowie einen Bolzplatz.

Ausflugsziele:

Burg Lahneck in Lahnstein (über den Lahnhöhenweg erreichbar).Sport und Spiel:gekennzeichnete Wanderwege, z.B. Wanderung durch das wild-romantische Schweizertal nach Frücht, Angel- und Wassersport

Die wichtigen wirtschaftlichen Veränderungen, die das Dorf im 20. Jahrhundert durchlief, waren im Grunde schon abgeschlossen, als Miellen 1972 Teil der Verbandsgemeinde wurde. Die Zeit der Landwirtschaft wie auch der Mühlen im Schweizertal war ebenso vorbei wie die kurze Zeit der großen Gewerbebetriebe, des Steinbruchs, des Ton- und Dachziegelwerks und anschließend des Klinkerwerks Marx. Nach der großen Ölkrise musste es 1974 schließen, und viele Miellener wurden arbeitslos. Die Mützenfabrik Alfred Covi war ein kleinerer Betrieb, der bis zu 15 Menschen Arbeit gab. Nach dem Tod des Fabrikanten wurde 1981 der Betrieb eingestellt. Heute arbeiten die meisten Berufstätigen des Dorfes in den Nachbarstädten Bad Ems, Lahnstein und Koblenz. In den vergangenen 25 Jahren sind in der kleinen Gemeinde einige bemerkenswerte Projekte realisiert worden. Vor allem ist hier der Umbau der ehemaligen, 1968 geschlossenen Volksschule zum Gemeinschaftshaus zu nennen.


1974 fasste der Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss. Im selben Jahr brachte der Erlös eines Dorffestes mit der "Aktion Gemeinschaftshaus" bereits einen Grundstock für die Finanzierung. Ein Miellener Bürger, Klaus Eschenauer, übernahm die Planung für den Umbau. Der Bauantrag sah die Schaffung eines Gemeinschaftshauses unter Einbeziehung der alten Schule vor, die Wohnung darüber wurde verkauft.Viele Bürger beteiligten sich mit unentgeltlichen Arbeitsstunden und mit Spenden am Bau, Firmen lieferten Material zu sehr günstigen Konditionen und teilweise auch kostenfrei. Insgesamt kosteten Umbau und Einrichtung 110000 DM. Nach zehn Monaten Bauzeit konnte das neue Gemeinschaftshaus am 20. Januar 1976 seiner Bestimmung übergeben werden. Das Gemeinschaftshaus in Miellen war die erste Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz.

Anders als viele spätere Dorfgemeinschaftshäuser wurde es mit ganz geringen Zuschüssen - 5000 DM vom Kreis - und mit einem ganz entscheidenden Anteil an Eigenleistung verwirklicht. Längst hat es sich sich zum wesentlichen Bestandteil des Gemeindelebens entwickelt.Ein alter Wunsch der Gemeinde, nachweislich seit 1926 immer wieder Thema im Gemeinderat, war der eigene Friedhof. Die Verstorbenen wurden bislang auf dem Friedhof von Nievern, dem Pfarrdorf des Kirchspiels Fachbach-Nievern-Miellen, bestattet. 1976 beschloss die Gemeinde die Anlage eines Friedhofs "In der großen Wiese". Nach und nach wurden die erforderlichen Grundstücke angekauft. 1988 erbte die Gemeinde das Haus einer Miellener Bürgerin, die zur Auflage machte, den Erlös aus dem Erbe zur Anlage eines Friedhofs zu verwenden und ihren verstorbenen Bruder dorthin umzubetten. Die Bauarbeiten begannen 1989. Am 9. Mai 1990 wurde der Friedhof eingesegnet. Damit können die Verstorbenen endlich in ihrer eigenen Gemeinde bestattet werden. Der Bau einer Friedhofskapelle wurde 1996 begonnen.Vier Bebauungspläne wurden seit 1975 aufgestellt: "Ober der Eschbach", "Ober dem Dorfe", "In der großen Wiese" (Friedhof) und "In der Boetz", das vor dem Abschluss steht.

Bemerkenswert ist die Partnerschaft mit Kälberfeld in Thüringen. Auf einer Informationsfahrt in die ehemalige DDR besuchten Anfang 1990 erstmals Bürger aus Miellen die kleine Gemeinde. Der Gedanke, eine Partnerschaft zwischen den beiden Dörfern zu begründen, fand beiderseits große Zustimmung und wurde mit der Urkunde vom 7. Juli 1990 in die Tat umgesetzt. Seither gab es zahlreiche Besuche und auch Beispiele gegenseitiger praktischer Hilfe.Die Gemeinde erhielt 1985 ein Wappen und 1990 eine Ortsflagge. Erwähnenswert aus der jüngeren Zeit ist der Prozess gegen den Grafen von Kanitz. Er hatte ein altes Fischereirecht am Lahnufer beansprucht, das die Gemeinde bestritt. In die Urteilsfindung floss die moderne Gesetzgebung ebenso ein wie uraltes Recht. Die Gemeinde Miellen konnte sich durchsetzen, das Gericht wies den Anspruch des Grafen ab.