Stadt Bad Ems


Bad Ems - das ist die liebens- und lebenswerte Kur- und Kreisstadt mit dem Flair von Zaren, Königen und Kaisern, der Nostalgie eines Weltbades der historischen Ost-West-Achse Paris-Moskau an der Lahn entlang. Sehenswürdigkeiten reihen sich an der Lahn entlang wie Perlen auf einer Kette. Bad Ems - das ist Gesundheit für Körper und Geist

Geschichte- Die Kurstadt

Bad Ems ist auch in seiner jüngeren Geschichte geprägt von seinem Status als Kurstadt. Im Jahr 1972 wandelte das Land Rheinland-Pfalz die Staatsbäder in Gesellschaften mit beschränkter Haftung um. Aufgrund des Vertrages vom 20. Dezember 1972 übernahm das Land einen Anteil von 87,16 Prozent, die Stadt übernahm die restlichen 12,84 Prozent der neuen Staatsbad Bad Ems GmbH.

Die einschneidende Veränderung im Kurbetrieb der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Übergang vom Refugium privater Gäste, die in Hotels und Pensionen wohnten, zum Heilbad für Kurgäste, die aufgrund einer Maßnahme der Versicherungen zur Kur in eine Klinik oder ein Sanatorium entsandt werden. Dahinter stand die in den sechziger Jahren eingeleitete "Klinifizierung" der Kur. Zunächst bekamen kleinere, private Sanatorien Auftrieb, in den siebziger Jahren jedoch mussten sie nach und nach aufgeben. Die Kur verlagerte sich jetzt in große, moderne und leistungsfähige Kurkliniken. Eine solche Klinik wurde 1961 im Kurhaus eingerichtet.

Die Lage an der stark befahrenen Bundesstraße war ungünstig. Die Bundes-versicherungsanstalt für Angestellte drängte auf die  Schaffung eines neuen, ruhigen Kurgebietes. So entstand seit den siebziger Jahren auf dem Klopp das neue Kurgebiet "Bismarckhöhe".

Den Anfang machte die 1976 fertiggestellte Hufeland-Klinik, 1980 folgte die private Paracelsus-Klinik als Akut-Krankenhaus und 1983 als zweite Kurklinik des Staatsbades die Dryander-Klinik.

Außerdem entstand auf der Bismarckhöhe ein ganz neuer Stadtteil mit Einfamilienhäusern und das Müttergenesungsheim Maria Anna. Das neue Kurgebiet wurde 1979 durch die von der Stadt unter der Bauleitung der Verbandsgemeinde gebaute Standseilbahn erschlossen. Im Tal entstand in der Viktoriaallee das Thermalbad, das 1971 fertiggestellt wurde und mit Wasser aus dem Robert-Kampe-Sprudel neben dem Kurhaus betrieben wird. Die kleineren Sanatorien und Kurheime wurden größtenteils aufgegeben. Es blieb das Deutsch-Ordens-Hospital, eine Rehabilitationsklinik für Anschlussheilbehandlungen, das Albert-Kurheim der Allgemeinen Ortskrankenkassen und das Haus Lindenbach der Bundesbahn.

Der AOK-Klinik drohte 1992 durch den Bau der Umgehungsstraße die Schließung. Die Abwanderung der AOK konnte verhindert werden durch den Neubau einer Klinik in unmittelbarer Nachbarschaft des Thermalbades. Mit diesem und dem gleichzeitig neu errichteten Kurmittelhaus entstand ein komplexes Gesundheitszentrum. Hintergrund dieser Lösung war, dass das Staatsbad nach einer Möglichkeit suchte, das alte, nicht mehr funktionale und den heutigen Ansprüchen genügende Kurmittelhaus durch einen funktionalen Neubau zu ersetzen.

Das neue Kurmittelhaus entstand direkt am Thermalbad, das gleichzeitig grundlegend renoviert und modernisiert wurde und seither "Emser Therme" genannt wird. Anfang 2010 wurde diese "Emser Therme" abgerissen. An dieser Stelle entstand nun die neue "Emser Therme".

Die frühen neunziger Jahre brachten wiederum einen Aufschwung, aber mit der zweiten Stufe der Gesundheitsreform bahnt sich eine dramatische Krise an. Im Herbst 1996 kündigten die großen Versicherungsanstalten BfA und LVA zusammen 100 Betten für das Jahr 1997. Wegen des spürbaren Rückgangs musste die Dryanderklinik im Dezember 1997 geschlossen werden.

Wirtschaftliche Entwicklung


Einstmals renomierte Betriebe beendeten in den 90er Jahren ihre Produktion. Andere Betriebe entwickelten sich erfolgreich, zum Beispiel im medizintechnischen Bereich und im Bereich der Quellenprodukte. Zwar wurden Abfüllung und Versand des traditionsreichen "Emser Kränchens" 1989 eingestellt, aber für die Produktion der "Emser Pastillen" und der Sole entstanden 1993 zwei neue Werke in der Arzbacher und der Mainzer Straße, eine zukunftsweisende Investition.Die Bevölkerung der Stadt erreichte Mitte der siebziger Jahre einen Höchststand, sank dann aber wieder ab. Als 1987 ein Tiefststand von wenig über 9000 Einwohnern erreicht war, brachte der politische Umbruch in Osteuropa mit deutschstämmigen Aussiedlern und ab 1989 mit Übersiedlern aus der damaligen DDR wieder ein Bevölkerungswachstum auf über 10000. Anders als die umliegenden Höhengemeinden hat Bad Ems kaum noch Möglichkeiten, sich in der engen Tallage auszudehnen. Das führte vor allem in den sechziger Jahren zu einer starken Bebauung der Berghänge.


Bauliche Eckpfeiler

In den siebziger und achtziger Jahren konzentrierte sich die bauliche Ausdehnung auf das neue Stadtviertel "Bismarckhöhe", während in den neunziger Jahren vor allem das Emsbachtal im Bereich der ehemaligen Emser Hütte Wachstumsraten verzeichnete. Was im langgestreckten Stadtgebiet fehlte, war ein Mittelpunkt mit Geschäften und Markt. Ende der siebziger Jahre wurde daher die Entwicklung des Stadtmittelpunktes Wipsch eingeleitet. Seit 1987 entstanden hier ein Platz mit großen Gebäuden, Geschäften, gastronomischen Betrieben, Arztpraxen und einer Tiefgarage. Auf der von der Verbandsgemeinde sanierten Insel Silberau entstanden der Neubau der Kreisverwaltung (1984), das Sportzentrum (1981) und das Stadion (1983), mit dem die Verbandsgemeinde ihren Auftrag erfüllt, Sportstätten zu errichten und zu unterhalten.

Schulentwicklung in der Stadt Bad Ems

Als Mittelzentrum ist Bad Ems ausgestattet mit zwei Grundschulen, mit Hauptschule sowie einem Gymnasium. Die Berufsschule wurde 1986 aufgelöst. Beide Konfessionen sind Träger von Kindergärten. 1993 errichtete die Stadt in nur einjähriger Bauzeit neben der Ernst-Born-Schule einen Kindergarten mit Kindertagesstätte, im gleichen Jahr wurde im Alten Rathaus das Jugend- und Kulturzentrum eröffnet.

Dienstleistung

Nicht nur als Kurstadt ist Bad Ems geprägt vom Dienstleistungsbereich. Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz ist einer der größten Arbeitgeber. Es nutzt und bewahrt markante Baudenkmäler im Innenstadtbereich, zum Beispiel das 1983/85 als Rekonstruktion wiedererstandene Haus "Panorama".Verändert hat sich auch die Krankenhauslandschaft. Das Diakonissenheim wurde 1976 geschlossen und niedergelegt, vor dem Altbau entstand schon 1975 das Alten- und Pflegeheim Georg-Vömel-Haus. Mit der Eröffnung der Paracelsus-Klinik auf der Bismarckhöhe 1980 zeichnete sich auch das Ende des Marienkrankenhauses ab. 1989 zogen die Heiligenstätter Schulschwestern in das neue Marienkrankenhaus nach Nassau um. Der Altbau in Bad Ems wurde an die Verbandsgemeinde verkauft, die ihn 1992 zum Rathaus umbaute.Das alte Bad Emser Rathaus blieb nach dem Umzug der Verbandsgemeinde im Besitz der Stadt. Sie renovierte es und führte es neuen Nutzungen zu. So richteten sich die Sozialstation, das evangelische Pfarramt und das Diakonische Werk dort ein. Mit dem Jugend- und Kulturzentrum, dem erweiterten Kur- und Stadtmuseum und Stadtarchiv und mit dem alten Rathaussaal, der für gesellige und kulturelle Veranstaltungen genutzt wird, ist das Bauwerk zu einem Bürgerhaus inmitten der Stadt geworden.

Straßen- und Verkehr

Zu den größten Hemmnissen bei der Entwicklung der Kurstadt gehört der Straßenverkehr. Seit den fünfziger Jahren bemüht sich Bad Ems um den Bau einer Umgehungsstraße. Verschiedene Trassen wurden angedacht und verworfen. So führte 1972 die Bildung der Verbandsgemeinde als größere kommunale Einheit dazu, dass eine Höhentrasse favorisiert wurde, die bei Miellen von Lahntal abzweigen, Bad Ems und Nassau weiträumig umgehen und bei Singhofen auf die Bäderstraße stoßen sollte. 1975 kam man auf die stadtnahe Trasse zurück. Eine detailliertere Planung legte das Straßenbauamt 1979 vor. Sie wurde weiterhin verbessert und ausgearbeitet. Erst 1992 begann mit der Grundsteinlegung für die neue Bahnhofsbrücke der Bau der Umgehungsstraße. Die derzeitige Planung sieht eine Stadtentlastungsstraße vor, die einen möglichst großen Teil des Verkehrs aufnehmen kann und deren Bau Umwelt, Landschaftsbild und Bausubstanz möglichst schont.

Die neue Bäderleibrücke wurde 1995 dem Verkehr übergeben, die alte Bahnhofsbrücke wurde 1996 als Fußgängerbrücke umgestaltet. Im Zusammenhang mit dem Bau der Umgehungsstraße und der neuen Brücke wurde und wird das gesamte Umfeld beiderseits der Lahn neu gestaltet. Die Umgehungsstraße ist eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft. Nur sie kann die Innenstadt, vor allem Römerstraße und Wilhelmsallee, vom Durchgangsverkehr entlasten, damit zwischen Kurhaus und Altem Rathaus eine Wohn- und Geschäftsstraße und eine attraktive Flanierzone entsteht.

Kultur

Reichhaltig ist das kulturelle Leben der Kreisstadt, getragen ganz überwiegend von Vereinen und engagierten Bürgern. Hier kann man spektakuläre Großereignisse nennen wie den Bartholomäusmarkt mit Deutschlands größtem Blumenkorso. Die Besucher, die jährlich am letzten Sonntag im August zu diesem Spektakel nach Bad Ems kommen, würden ein dutzend Bundesligastadien füllen. Ein beliebtes Heimatfest ist die Spießer Martini-Kirmes. Auch der Karneval wird als Brauchtum gepflegt. Das 1980 begründete und von der Stadt bis 2009 jährlich ausgerichtete Jacques-Offenbach-Festival, das engagierte Bürger ehrenamtlich und doch mit einem hohen Grad von Professionalität organisieren, festigt den Ruf von Bad Ems als Offenbach-Stadt. 

Auch die solide, stille Arbeit in den Vereinen ist unentbehrlich für das kulturelle Leben. Chöre und andere musikalische Vereinigungen mit gutem Ruf, Sport- und Freizeitvereine bieten Menschen aller Altersstufen vielfältige Möglichkeiten zu einer anregenden Freizeitgestaltung.Nach jahrzehntelangen Bemühungen wurde 1987 im stilvollen Ambiente des Kursaals die Spielbank wieder eröffnet. In einer alten Villa entstand 1995 das Künstlerhaus Schloss Balmoral. In der einen oder anderen Form ist die Stadt an vielen kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen beteiligt. Mit einer modernen, gut genutzten Bibliothek und mit dem Kur- und Stadtmuseum unterhält die Kommune schließlich eigene kulturelle Institutionen.Bad Ems hat am Ende des 20. Jahrhunderts wirtschaftliche und strukturelle Probleme, aber auch Chancen. Die Lage im landschaftlich reizvollen Lahntal, im Erholungsgebiet des Naturparks Nassau, die Bausubstanz mit einem Ensemble herausragender Bäderarchitektur, die Einrichtungen des Kurbetriebs und nicht zuletzt die Thermalquellen machen die Stadt nicht nur für Kurgäste, sondern auch für Kurzurlauber und Tagestouristen attraktiv.